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Senktrechstarterin Lana Del Rey
Wer derzeit Radio und Musik-Charts hört kommt an Lana Del Rey nicht vorbei. Die 25-Jährige Newcomerin und Senkrechtstarterin aus New York stürmt mit ihrer ersten Single “Video Games” erst YouTube und jetzt die Charts. Auch ihr zweiter Song “Blue Jeans” aus dem Debütalbum “Born to Die”, das Anfang 2012 auf den Markt kommt, wurde schon mehr als 2 Millionen Mal gesehen. Alles scheint auf eine erfolgreiche Karriere hinauszulaufen.
Die in Lake Placid aufgewachsene Sängerin und Songwriterin hört im wahren Leben auf den Namen Elizabeth Grant und hat jüngst auch das deutsche Publikum mit ihren Auftritten in Köln und Berlin begeistert. Vor allem ihre Stimme zieht dier Leute in ihren Bann: mit einer Mischung aus Amy Winehouse und Britney Spears wechselt ihre Stimme und Musik zwischen melancholisch und fröhlich, zwischen ruhig und tanzbar. Dazu macht sie auch optisch ein tolle Figur: jung, sexy, perfekt gestylt, zugleich elagant weiblich und lässig aufreizend. Faszinierend sind auch ihre Videos, die von ihr selbst produziert wurden. David Lynch trifft Brian DePalma, Schwarz-Weiß trifft Bunt, Amateur- trifft Profifilm.
Lana Del Rey möchte den Pop wiederbeleben und das mit dem Tod, den sie in ihrer Musik zum Leben erweckt. Ihr Leitspruch “I´m going to die” ist nur schwer zu interpretieren. Ihre musikalische Welt dreht sich anders herum. Sie möchte nicht provozieren, sie möchte nur singen, ihre Gefühl, ihre Wahrnehmung, ihr Leben musikalisch darstellen, ohne an jegliche Konsequenz zu denken.
Trotz Bedenkens, das alles könnte sich um eine perfekt inszenierte Show und Selbstdarstellung handeln, die nur darauf abzielt, möglichst berühmt und erfolgreich zu werden, bleibt ihre Musik und ihre Art, die Musik zu interpretieren einfach nur wahnsinnig gut. Bleibt nur zu hoffen, dass ihr die Schicksale von Britnes Spears und Amy Winehouse erspart bleiben!
Matthew Herbert und sein “One Pig”-Album

Quelle: Flickr/*ea*
Unsere seltsame Beziehungen zum Schwein als Tier, von dem der Mensch einerseits enorm abhängig ist und dass ihm andererseits wiederum als Symbol für zahlreiche wüste Beleidigungen dient, hat nun also eine musikalische Untermalung bekommen. Musiker und Produzent Matthew Herbert hat deshalb die Gunst der Stunde genutzt und während seiner Arbeit an einem neuen Album, den Schweinen auch einmal das Wort zu geben. Geräuschvoll dargestellt, wird hier das Leben eines englischen Hausschweins, beginnend bei der Geburt, über die Mast, bis hin zur Schlachtung. So darf man noch zu Beginn der Platte dem schweren Atmen der Sau während der Geburt ihrer Ferkel lauschen, die dann- ebenfalls lautstark- grunzen und fressen. Zuguterletzt ist das auch das Messerwetzen des Metzgers zu hören und es folgen die Klänge von Instrumenten, die aus den Überresten des einst lebendigen Tiers angefertigt wurden. So wurden aus der Haut Trommeln gebaut und die Knochen als Perkussionsinstrumente verwendet. Auch das Blut sollte noch Verwendung finden, um es, vor Kurzem noch in den Adern eines Schnweins pulsierend, wieder zum Leben zu erwecken. Instrumentenbauer Henry Dagg nahm sich das zur Aufgabe und konstruierte daraus eine Art Orgel mit riesigen Reagenzgläsern, durch die nicht nur Luft, sondern auch das Blut des Tiers strömt.
Nachdem “One Pig” vollendet und alle Klänge aus einem Tier herausgeholt, wurde das Schwein abschließend noch als Festschmaus zubereitet und verspeist, was den Schlusslaut des Albums bildet.
Jazz und Pop
Nils Petter Molvaer, Foto: olallalojo_flickr
Dabei unterlegt er bei einigen seiner Lieder mit der Trompete damit, Basstöne einzubringen und so dann den Raum zu füllen. Hinzu kommen noch ein paar schleppende elektronische Beats, die dann von verzerrten Gitarrenakkorden getragen werden. Seine Lieder füllen so einen riesigen Kontrast, der dann vital klingt. In Norwegen, im einsamen Norden, ist Molvaer aufgewachsen. Schon früh ist er fasziniert und berührt davon zugleich, die Grenzen zwischen Jazz und Rock einzureißen. Nachdem er an der Musikhochschule in Trondheim studiert hat, brodelt es in ihm nur vor lauter Experimentallust und dem Drang, Stile zu brechen und Musikstile ineinander zu vermischen, so dass am Ende seine Musik herauskommt. Im Oktober 1997 wurde er dann mit dem Album „Khmer“ bekannt. Mit seiner Band faszinierte er das Publikum mit schlüssigen und mitreißenden Melodien, die allesamt von der Zerbrechlichkeit der Improvisation und der Wucht zeitgenössischer elektronischer Rhythmen geprägt sind, so dass man am Ende sogar dazu tanzen kann.
Danach versuchten sich viele andere Musiker an dem Stil, Stile zu brechen – wie eben auch Beirut. Und nun wirkt das Prinzip etwas abgenutzt und verbraucht. Was vor 14 Jahren bei Molvaer etwas Neues und Eigenartiges hatte, wirkt jetzt alt. Nun aber versucht er mit seiner neuen Platte „Baboon Moon“ darauf zu setzen, die Stile nicht zu brechen und ineinander zu mischen, sondern darauf, die Melodien zusammenspielen zu lassen, so dass sie zwar gleichwertig als Jazz und Pop identifiziert werden können, aber letztlich eben zusammen wirken. Mit minimaler Arbeit – nur drei Pole hat Molvaers neue Band – schafft er Spannung aufzubauen. Und so könnte es sein, dass Nils Petter Molvaer wieder einmal eine neue Richtung vorgibt – wie einst vor 14 Jahren.
Tori Amos
Tori Amos ist wieder da und mit ihr im Gepäck ihre neue Platte. Zwar hat sie dem Pop nicht gänzlich abgeschworen, aber sie hat eine andere Richtung, die ihr schon immer lieb war, mit in ihre Kompositionen eingebunden, und zwar die Klassik. Tori Amos, Foto: camies._flickr
Bereits als kleines Mädchen hat sie Bach und Schopenhauer gemocht. Sie hat kürzlich in einem Interview mit einem deutschen Fernsehsender, erzählt, sie würde Deutschland sehr mögen, weil die Menschen hierzulande die Klassik lebendig halten würden. Man spüre wie die Koryphäen der letzten Jahrhunderte noch immer eine große Bedeutung haben.
Neben der Melodien, die einen an einen leeren Strand in Schottland entführen, überzeugen auch die Texte von Tori Amos. Bereits in ihren letzten veröffentlichten Platten hat sie ernsthafte Themen angesprochen, doch nun geht sie noch tiefer und schreibt Sätze wie ‘Blut auf dem Teppich und ein Meer von Scherben’. Andeutend und Phantasieanregend erzählt sie eine Geschichte über einen Streit zwischen einem Paar und wie er ausartet. Sie singt ‘Das ist nicht mein Blut’ und ‘Das ist nicht das Glas, das ich geworfen habe’. Das Spiel der Streicher gibt wieder, wie sich Mann und Frau streiten und die Liebe sich in einen Wahnsinn wandelt.
Tori Amos, das ist eine Frau der Gegensätze. Von natürlich brav bis hin zur dominanten Frau. Sie hat schon alles durchprobiert und sogar einmal ein Ferkel mit ihrer Brust gesäugt.
Die Frage, was sie dazu bewegt hat so einen Text zu schreiben und ob sie noch mit ihrem Mann zusammen sei, beantwortet sie mit einem überlegten Lächeln. Doch sie ist mit ihm noch zusammen, trotzdem wäre auch bei ihr nicht alles und immer voller Sonnenschein erzählt sie später.
Sie, als Tochter eines Methodistenpredigers aus dem Norden von Carolina in den USA hat bereits mit fünf Jahren am Peabody-Konservatorium in Baltimore angefangen zu studieren. Später, als ihr ein Plattenvertrag angeboten wird, lehnt sie diesen ab, weil man aus ihr ein ‘lustiges Mädchen’ machen möchte. Und trotzdem, oder gerade deshalb kommt sie bei vielen Menschen gut an, die sonst vielleicht nicht diese Art der Musik hören.
Es gibt viel über die Musikerin zu erzählen und es wird ganz sicher noch viel erzählt werden, vorzugsweise macht sie es selber, mit ihrer Musik und den Texten.