Tori Amos
Tori Amos ist wieder da und mit ihr im Gepäck ihre neue Platte. Zwar hat sie dem Pop nicht gänzlich abgeschworen, aber sie hat eine andere Richtung, die ihr schon immer lieb war, mit in ihre Kompositionen eingebunden, und zwar die Klassik. Tori Amos, Foto: camies._flickr
Bereits als kleines Mädchen hat sie Bach und Schopenhauer gemocht. Sie hat kürzlich in einem Interview mit einem deutschen Fernsehsender, erzählt, sie würde Deutschland sehr mögen, weil die Menschen hierzulande die Klassik lebendig halten würden. Man spüre wie die Koryphäen der letzten Jahrhunderte noch immer eine große Bedeutung haben.
Neben der Melodien, die einen an einen leeren Strand in Schottland entführen, überzeugen auch die Texte von Tori Amos. Bereits in ihren letzten veröffentlichten Platten hat sie ernsthafte Themen angesprochen, doch nun geht sie noch tiefer und schreibt Sätze wie ‘Blut auf dem Teppich und ein Meer von Scherben’. Andeutend und Phantasieanregend erzählt sie eine Geschichte über einen Streit zwischen einem Paar und wie er ausartet. Sie singt ‘Das ist nicht mein Blut’ und ‘Das ist nicht das Glas, das ich geworfen habe’. Das Spiel der Streicher gibt wieder, wie sich Mann und Frau streiten und die Liebe sich in einen Wahnsinn wandelt.
Tori Amos, das ist eine Frau der Gegensätze. Von natürlich brav bis hin zur dominanten Frau. Sie hat schon alles durchprobiert und sogar einmal ein Ferkel mit ihrer Brust gesäugt.
Die Frage, was sie dazu bewegt hat so einen Text zu schreiben und ob sie noch mit ihrem Mann zusammen sei, beantwortet sie mit einem überlegten Lächeln. Doch sie ist mit ihm noch zusammen, trotzdem wäre auch bei ihr nicht alles und immer voller Sonnenschein erzählt sie später.
Sie, als Tochter eines Methodistenpredigers aus dem Norden von Carolina in den USA hat bereits mit fünf Jahren am Peabody-Konservatorium in Baltimore angefangen zu studieren. Später, als ihr ein Plattenvertrag angeboten wird, lehnt sie diesen ab, weil man aus ihr ein ‘lustiges Mädchen’ machen möchte. Und trotzdem, oder gerade deshalb kommt sie bei vielen Menschen gut an, die sonst vielleicht nicht diese Art der Musik hören.
Es gibt viel über die Musikerin zu erzählen und es wird ganz sicher noch viel erzählt werden, vorzugsweise macht sie es selber, mit ihrer Musik und den Texten.
Boy – Erfolg vorprogrammiert
Schon wieder ein deutsches Pop-Duo,welches sanften englischen Pop macht? Dies ist vielleicht die Frage, die man sich stellt, wenn man die beiden hübschen Frauen betrachtet. Doch bei dem neuen deutsch-schweizerischen Duo Boy gibt es nicht nur seichten Mainstream-Pop. Die Band Boy, Foto: ts fotos_flickr
Ihr Debütalbum Mutual Friends vermittelt auf den ersten Eindruck das Gefühl von harmlosen Radio-Pop, welcher unterhaltsam, leicht und sehr durchlässig ist. Sonja Glass und Valeska Steiner lassen ihre Stimmen gleich am Anfang des Albums mit This is the beginning engelsgleich erklingen. Doch heben sich die beiden Anfangzwanzigerinnen aus dem inzwischen vollen Genre durch ihre Texte und die instrumentale Begleitung ab.
Waitress, ein Stück über eine Kellnerin, welche in der Warteschleife eines aufregenderen Lebens steht oder Little Numbers, welches mit einer sehr schönen Klavierlinie daherkommt. Auch im Song Drive Darling, welcher mit melancholischen Gesang Valeskas untermalt wird, die darüber singt, wie sie ihre Züricher Heimat verlässt.
Boy sind verträumt,verspielt und bezaubernd. Sie sind nicht das typische emanzipierte Großstadt Pop-Duo. aber warum sollten sie diese Sparte auch ausfüllen? Mit ihren tollen Stimmen,Texten und dem Gendercrossing, welcher durch ihren Bandnamen ausgestrahlt wird, können sie mit ihrem Debütalbum überzeugen.