Zola Jesus

Zola Jesus, Foto: robert loerzel_flickr

Zola Jesus, Foto: robert loerzel_flickr

Sie wird als heißester neuer Star am Pop-Himmel gefeiert: Die 22-jährige US-Amerikanerin Nika Roza Danilova veröffentlicht unter ihrem Pseudonym „Zola Jesus“ bereits ihr drittes Album „Conatus“ beim angesehen Label Rough Trade. Mit tiefer, volumniöser Stimme singt sie von Begierde und Trauer, Verzweiflung und Sehnsucht. Wie eine Lawine rollen elektronische Beats, düstere Synthie-Flächen und ihr geheimnisvoller Gesang über den Hörer und ersticken ihn mit einer düsteren und doch irgendwie beschwingten Schwerfälligkeit – und wirklich heißt eines der Lieder auf ihrem neuen Album „Avalanche“, zu Deutsch eben Lawine.

Aufgewachsen ist die hübsche junge Frau im Norden der Vereinigten Staaten, genauer im Bundesstaat Wisconsin, der an Kanada angrenzt. Hier gibt es tiefe Wälder und wenige Menschen und wirklich wuchs Zola Jesus in einer Hütte im Wald auf, gemeinsam mit ihrem Vater, der Jäger ist. Es gab kein Internet, kein Telefon – nur ein altes Klavier, dass schließlich das musikalische Interesse der Heranwachsenden entfachte. Besonders gern vertrieb sie sich die einsame Zeit mit dem Singen von Opernarien. 

Schließlich schrieb sie sich für ein Studium der Philosophie ein – zu ihren Lieblingsdenkern gehören düstere Charaktere wie Nietzsche und Schopenhauer. Mithilfe billiger Musik-Software und gebrauchten Synthesizern begann Zola Jesus in dieser Zeit mit dem Aufnehmen und Produzieren ihrer eigenen Songs – trostlos und doch wunderschön, direkt und unverfälscht aus den tiefsten Abgründen einer zerrütteten, einsamen Seele. 

Auch für ihre dritte LP werden wieder düstere Themenkomplexe angegangen: Das Lied „Hikikomori“ handelt etwa von Japanern, die sich in ihrer eigenen Wohnung einschließen und alle sozialen Kontakte vermeiden. Andere Songs erzählen minutiös und doch poetisch, wie es sich anfühlt, von innen heraus zu zittern oder nicht gehen zu können, obwohl man weiß, dass man gehen muss. Ein echter Geheimtipp für Fans von „The XX“ oder „Florence & The Machine“.

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